Fronhofklinik
Bad Dürkheim
GelistetDer Endolaser ist ein minimalinvasives ärztliches Verfahren. Eine haarfeine Glasfaser wird ohne Schnitt unter die Haut geschoben und gibt dort Laserenergie ab, meist mit einer Wellenlänge von 1470 Nanometern. Die Wärme soll kleine Fettdepots auflösen und das Bindegewebe zur Bildung von neuem Kollagen anregen. Behandelt wird unter örtlicher Betäubung, meist in einer Sitzung. Die Methode ist vielversprechend, wurde bisher aber überwiegend in kleinen Fallserien untersucht.
Stand:
Auch bekannt als: Endolaserlift, Endolaser-Lifting, subdermale Laser-Kollagenstimulation, Laser-Lifting ohne OP. Häufig wird auch der Begriff „Endolift" verwendet, er ist die eingetragene Marke eines Geräteherstellers.
Über einen winzigen Einstich führt die Ärztin oder der Arzt eine Glasfaser mit einem Durchmesser von etwa 200 bis 300 Mikrometern in die Schicht direkt unter der Haut ein. Die Faser wird fächerförmig bewegt und gibt dabei Laserlicht ab. Licht der Wellenlänge 1470 Nanometer wird stark von Wasser aufgenommen und erzeugt so gezielt Wärme im Gewebe.
Zwei Effekte werden beschrieben. Kleine Fettansammlungen, etwa am Doppelkinn, können sich verringern. Gleichzeitig soll die Wärme das Bindegewebe straffen und über Wochen den Umbau von Kollagen anstoßen. Ein Tiermodell zeigte nach der Behandlung eine dickere Lederhaut und besser geordnete Kollagenfasern. Ob und wie stark sich das beim Menschen dauerhaft auswirkt, ist noch nicht ausreichend erforscht.
Vom klassischen „Laserlipo" unterscheidet sich der Endolaser durch eine dünnere Faser und deutlich weniger Leistung. Abgesaugt wird in der Regel nichts.
Kinnlinie und Hängebäckchen · Nasolabial- und Marionettenfalten · Tränensäcke und Unterlider · Wangen
Doppelkinn · Halsfalten und erschlaffte Halshaut
Oberarme · Unterbauch · Oberschenkelinnenseiten und Knie
Bei deutlichem Hautüberschuss stößt die Methode an Grenzen. Eine Studie zur Halsregion kam zu dem Ergebnis, dass der Laser bei stark erschlaffter Haut allein nicht ausreicht. Dann kann eine operative Straffung die passendere Lösung sein.
Als Gegenanzeigen nennen Praxen unter anderem:
Ob eine Behandlung infrage kommt, klärt ausschließlich die Ärztin oder der Arzt nach persönlicher Untersuchung.
Eine erste Wirkung wird oft nach zwei bis drei Wochen beschrieben, der Kollagenumbau läuft über mehrere Monate.
Ein unabhängiger Übersichtsartikel von 2026 hat Verbrennungen, Serome, Hämatome, Infektionen und Narben als häufigste beschriebene Komplikationen zusammengefasst. Erfahrung und sorgfältige Technik der behandelnden Person sind daher entscheidend.
Die meisten Studien zum Endolaser sind kleine Fallserien mit 9 bis 10 Teilnehmenden, ohne Vergleichsgruppe und mit Nachbeobachtung von drei bis sechs Monaten. Sie berichten über dickere, elastischere Haut, weniger tiefe Falten und hohe Zufriedenheit. Ein großer Teil dieser Arbeiten stammt aus einer einzigen Forschungsgruppe.
Unabhängige Übersichtsarbeiten urteilen zurückhaltender. Eine systematische Übersicht von 2025 sieht ein hohes Verzerrungsrisiko und uneinheitliche Behandlungsparameter und fordert randomisierte Studien. Eine Übersicht von 2026 findet keinen klaren Beleg für eine dauerhafte Hautstraffung. Randomisierte kontrollierte Studien gibt es bisher nur zu verwandten Laserlipolyse-Verfahren, nicht zum Endolaser selbst.
Unsere Einordnung: eine vielversprechende Methode mit noch begrenzter Studienlage. Seriöse Praxen sprechen das offen an.
C Evidenzstufe C (überwiegend Fallserien, wenige vergleichende Daten)
Der Endolaser ist eine Selbstzahlerleistung und wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht.
Praxisangaben in Deutschland (Stand Oktober 2026):
Fragen Sie vorab, ob Betäubung, Nachkontrolle und eine mögliche zweite Sitzung im Preis enthalten sind.
Laseranwendungen, die die Haut durchdringen oder unter die Haut wirken, sind nach der Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung (NiSV) approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender Fortbildung vorbehalten. Kosmetikstudios und Heilpraktiker dürfen den Endolaser deshalb nicht anwenden. Für Österreich und die Schweiz gelten eigene Regelungen.
Die Behandlung erfolgt unter örtlicher Betäubung. Viele beschreiben ein Druck- oder Wärmegefühl. Danach kann die Region einige Tage spannen.
Belastbare Langzeitdaten fehlen bisher. Praxen sprechen von Effekten über ein bis zwei Jahre und empfehlen eine Auffrischung frühestens nach etwa einem Jahr.
Nein. Bei leichter bis mäßiger Erschlaffung kann er eine Alternative sein. Bei deutlichem Hautüberschuss erreicht er die Wirkung einer Operation nicht.
Meist nach wenigen Tagen. Schwellungen und blaue Flecken lassen sich oft überschminken. Sonne, Sauna und Sport sollten Sie einige Tage meiden.
Nein. In Deutschland ist das Verfahren Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Es handelt sich um dasselbe Grundprinzip. „Endolift" ist der Markenname eines Herstellers, Endolaser die allgemeine Bezeichnung.
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