Hormontherapie / HRT.
Substitution altersbedingt sinkender Hormonspiegel nach klarer Indikation.
Was ist Hormontherapie / HRT?
Substitution von Sexual- oder Schilddrüsenhormonen, deren körpereigene Produktion altersbedingt oder krankheitsbedingt unter den physiologischen Bereich gesunken ist — verordnet nach Laborbefund und klinischer Symptomatik.
Was sagt die Studienlage?
Die NAMS-Leitlinie (2022) bestätigt: für gesunde Frauen unter 60 Jahren bzw. innerhalb von 10 Jahren post-Menopause überwiegt der Nutzen die Risiken. Bei Männern reduziert TRT bei nachgewiesenem Hypogonadismus kardiometabolische Endpunkte (TRAVERSE-Trial, NEJM 2023).
Wie läuft es in der Praxis ab?
Vor Therapiebeginn: vollständiges Hormonpanel, Lipid- und Glukosestatus, PSA bzw. Mammographie. Während Therapie: Kontrollen alle 3–6 Monate. Applikation transdermal (Gel/Pflaster) bevorzugt vor oral.
- 01Ausführliche Anamnese inkl. Familiengeschichte
- 02Labordiagnostik (Hormone, Stoffwechsel, Tumormarker)
- 03Bildgebung nach Indikation (Mamma-Sono, TRUS)
- 04Individuelle Dosis-Titration bioidentischer Präparate
- 05Verlaufskontrollen mit Laborwerten und Symptomatik
Für wen sinnvoll?
- —Perimenopausale Beschwerden mit nachgewiesenem Östrogenmangel
- —Hypogonadismus beim Mann (Testosteron < 12 nmol/l + Symptome)
- —Substitution bei iatrogener Achsenstörung
- [01]The 2022 Hormone Therapy Position Statement of NAMS. Menopause.
- [02]Lincoff AM et al. (2023). Cardiovascular Safety of Testosterone-Replacement Therapy (TRAVERSE). NEJM.